Er habe eine Aufsichtskraft gesucht und dabei eine umsichtige Managerin engagiert. Ihm selbst, so Schulz, sei dies nach seinem Amtsantritt im Jahr 1992 innerhalb kürzester Zeit klar geworden. Erna Saller habe sich schnell als „Seele des Lintacher Schullebens“ erwiesen. Kurz nach 7 Uhr habe sie die Schultür aufgesperrt und bis zum Eintreffen der Lehrkräfte bzw. bis zum Weitertransport nach Freudenberg oft bis zu 100 Kinder beaufsichtigt. Erkrankte eine Lehrkraft und war nicht umgehend Ersatz da, sei sie als Mobile Reserve eingesprungen. Schulklassen habe sie bei Wander- und Wintersporttagen begleitet. An der Bushaltestelle habe sie vorbildlich für Ordnung und Sicherheit gesorgt. Als gemeinsames Abschiedsgeschenk von Kollegium, Elternbeirat und Gemeinde überreichten Konrektorin Claudia Piehler (l.) und ihr Stellvertreter Lehrer Albert Daucher (r.) an Erna Saller (Mitte) einen Gutschein zum Kauf eines kleinen Springbrunnens und ein Olivenbäumchen.Als gemeinsames Abschiedsgeschenk von Kollegium, Elternbeirat und Gemeinde überreichten Konrektorin Claudia Piehler (l.) und ihr Stellvertreter Lehrer Albert Daucher (r.) an Erna Saller (Mitte) einen Gutschein zum Kauf eines kleinen Springbrunnens und ein Olivenbäumchen.Sie habe immer gewusst, welches Kind in welchen Bus gehört. Habe ein Kind den Bus verpasst, habe sie es selbst heimgefahren. Schulz: „Frau Saller war für mich unsere pädagogische Allzweck- und Wunderwaffe!“ Darüber hinaus habe sie den Lehrkräften, dem Hausmeister und den Gemeindebediensteten viel Arbeit abgenommen. Morgens habe sie die Heizung kontrolliert, deren Ausfall sofort gemeldet. Sie habe die Mülltonnen parat gestellt und weggeräumt, die Außenanlagen gepflegt und die Fenster geputzt, wenn sie ihr zu schmutzig erschienen. In den Ferien habe sie die Blumen im Schulhaus versorgt, zur Vorweihnachtszeit den Adventskranz und den Christbaum in der Aula gestaltet. Schüler, die Nachmittagsunterricht hatten, wurden von ihr mit heißen Würstchen versorgt, die Lehrkräfte je nach Anlass mit Köichln, Kuchen oder Leberkässemmeln. Am ersten Schultag habe sie die Eltern der ABC-Schützen mit Kaffee und Kuchen bewirtet, den Erlös für den Kauf von Spiel- und Lernmaterial verwendet. Abends habe sie kontrolliert, ob alle Lichter ausgeschaltet und alle Schulhaustüren versperrt waren. Schulz: „Frau Saller hat weit mehr getan als ihre Pflicht und dabei nicht immer Rücksicht auf ihre Gesundheit genommen.“ Diese Aussage fand die ungeteilte Zustimmung von 3. Bürgermeister Benno Schißlbauer und Konrektorin Claudia Piehler. Beide lobten Erna Sallers vorbildliches Engagement. Dies taten in vielfältiger Form auch die Schulkinder. Lehrerin Susanne Schneider und ihre Erstklässler ließen im szenischen Spiel „Die Tulpe“ von Josef Guggenmos erblühen. Kinder der Klasse 2/3 a überreichten als Dankeschön ein von ihnen gestaltetes Eulenbild. Mit Herzen bewaffnet machten die Kinder der Klasse 2/3 b und ihre Lehrerin Irene Schweimer den Ruhestand schmackhaft. Sie wünschten Glück und Sonnenschein und meinten: „Noch schöner als hier, kann’s nur zuhause sein!“ Die Klassenleiterin der 2/3 c Gerlinde Fickentscher hatte mit ihren Schützlingen „Reime zur Gesundheit“ eingeübt. Sie priesen die Heilkraft des Liebstöckel, der Pfefferminze, der Petersilie und der Zwiebel genauso wie die des Majoran, der Knoblauchzeh und des Weißkohl. Außerdem übergaben die Klasse und Lehramtsanwärterin Cosima May ein mit Herzen bestücktes Plakat, auf die die Kinder ihre persönlichen Wünsche an Frau Saller geschrieben hatten. Sichtlich gerührt von den Kinderdarbietungen und lobenden Worten bedankte sich Erna Saller bei der Schulleitung, dem Kollegium, den Kindern und Eltern für das große Vertrauen, das man in den langen Jahren in sie gesetzt habe. Ihr habe ihre Arbeit immer Freude gemacht. Da sie in unmittelbarer Nachbarschaft des Schulgrundstücks wohnt, werde sie zumindest in den Pausen immer wieder Kontakt zu den Kindern und Lehrkräften aufnehmen. In den vom Chor angestimmten Kanon „Viel Glück und viel Segen“ stimmten Kinder wie Erwachsene kräftig ein.

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